Geografie
Sie können auf Island einen Blick zurück in die Vergangenheit unserer Erde werfen. Vor vielen Jahrmillionen sah es an vielen Orten der Erde so aus wie in der Umgebung des Mývatn-Sees, der von Lavafeldern, Explosionskratern, Tafelbergen sowie zischenden und blubbernden Schlammpools, die einen unangenehmen Schwefelgeruch absondern, umgeben ist. Weitere Gebiete, die ihre junge vulkanische Geschichte nicht verleugnen können sind u.a. Landmannalaugar, Lakagígar und die Region des Goldenen Rings.
Insgesamt gibt es auf Island, dessen Fläche, der Größe Baden-Württembergs und Bayerns entspricht, 31 aktive Vulkansysteme, darunter auch der Askja, unser Namensgeber im Herzen des Landesinneren.
Ebenso kreativ wie vom vulkanischen Untergrund wurde Islands Oberfläche von Gletschern und Schmelzwassern geformt. Die Gletscher haben sich in erdgeschichtlichen Maßstäben erst vor relativ kurzer Zeit gebildet, doch bedecken sie inzwischen etwa 15% des Landes. Der Vatnajökull-Gletscher ist der größte Gletscher Europas und beherbergt außerdem einen aktiven Vulkan.
Die Kombination aus Feuer und Eis hat so ihre Tücken, deren Auswirkungen noch heute entlang der Südküste zu entdecken sind. Endlose schwarze Lava-Sandflächen, die so genannten Sander, erstrecken sich bis zum Horizont. Es sind Überreste des Jökulhlaup, einem vulkanischen Phänomen, das nach dem Vatnajökull benannt wurde, da es bis dato nirgends zu solch einer Katastrophe gekommen war. Der Vulkan Grímsvötn liegt unterhalb der bis zu 1km mächtigen Eisschicht des Gletschers und brachte während einer Eruption ungeheure Eismengen zum Schmelzen. Mehr als vier Wochen nach dem Ausbruch gab es einen zweiten: Eine unvorstellbare Menge von 3 Billionen Liter bestehend aus Schmelzwasser, Lava und Eisbergen brach durch die Gletscherwand und ergoss sich innerhalb von nur wenigen Stunden ins Meer.
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