Eis
Das Eisschild
Die größte arktische Gletschermasse beinhaltet zehn Prozent der globalen Frischwasserreserven und bedeckt 80 Prozent Grönlands mit einer maximalen Dicke von drei Kilometern. Das älteste von seinem Eis ist 120.000 Jahre alt und eine der wichtigsten Grundlagen der modernen Klimaforschung. Der Gletscher ist hauptsächlich durch verdichteten Schnee entstanden, der schließlich akkumulierte.
Fließendes Schmelzwasser hat über tausende Jahre hinweg Gletscherspalten ausgeweitet und so bildeten sich kristallklare Flüsse und Seen. Wenn das Schmelzwasser jedoch nicht ausreicht, kann es die Akkumulation nicht aufhalten und die Gletscherspalten frieren wieder zu.
Doch auch das Eis bewegt sich. Es fließt langsam aber stetig innerhalb des Schildes von der Mitte zum Rand, so dass der Gletscher nicht wie erwartet zu einem Berg wächst, sondern sich durch den Eisfluss deformiert und in der der Mitte immer wieder zusammensackt.. Die automatische Regulation der Form ist ein Prozess der schon tausende Jahre währt.
Die Eisströmungen tragen das Eis zur Gletscherzunge bis es schließlich das Meer erreicht, sich abspaltet und zu einem schwimmenden Eisberg wird. Da dieser Prozess so lange dauert, bestehen die Eisberge aus sehr sauberem altem Eis, dass noch völlig unberührt von der heutigen Umweltverschmutzung Wissenschaftlern als Zeuge alter klimatischer Verhältnisse dient. Hierfür wir das Alter durch eine Simulation des Eisflusses festgestellt.
Eisberge
Mit einem lauten tiefen Knacken löst sich das Eis von der Gletscherzunge, wobei es meterhohe Wellen schlägt. Dieses spektakuläre Ereignis ist vor allen in den Sommermonaten zu beobachten, wobei hierfür ein großer Sicherheitsabstand gewahrt werden sollte.
In der Nähe der Städte Ilulissat und Uummannaq sind besonders viele der weißen, zum Teil bis zu 15 Stockwerke hohen Riesen zu sehen. Dabei bleibt uns ihre gesamte Größe meist verborgen, denn ungefähr zwei drittel der Gesamtmasse befindet sich unter Wasser. Die Berge werden von Strömungen und Wind übers Meer getrieben und verirren sich auch schon mal zu den Ufern New Yorks. Wenn sich nicht in seichten Gewässern hängen bleiben, legen sie auf ihrer Wanderung schon mal eine Strecke von 400 km zurück. Das Eis schmilzt sowohl über als auch unter Wasser und es bilden sich verführerisch schöne Höhlen und Brücken, die aber sehr gefährlich sind und nicht mit einem Boot unterfahren werden sollten.
Eisarten
Die verschiedenen Eistypen werden nach ihrem optischen Erscheinungsbild unterschieden, dessen Schlüssel in der Frage besteht, wie das Eis geformt wurde. Im folgenden werden die drei wichtigsten und häufigsten Eisarten beschrieben.
Gletschereis
Das bläulich- weiße Gletschereis ist am weitesten verbreitet. Es entsteht durch Schneeverdichtung, wobei es viele kleine Luftblasen einbindet, die beim schmelzen leise Knallgeräusche verursachen. Diese im Eis gespeicherte Luft zeugt von der Atmosphäre der Vergangenheit und ist damit äußerst wertvoll für die Wissenschaft.. Durch Lichtreflexionen entsteht die bläuliche Farbe des Gletschereises.
Basaleis
Das im allgemeinen auch „schmutzige Eis“ genannt Basaleis ist dunkel verfärbt und weist nur wenige Luftbläschen auf. Es entsteht im Gletscherbett durch Transformation des Gletschereises, wobei es oft Bodenbestände mit aufnimmt, welche den „schmutzigen“ Effekt bewirken.
Blaues Eis
Ohne jegliche Störung durch Luftblasen, kann das Licht tief in das klare Eis vordringen und zaubert so ein tiefes blau hervor. Dies sieht sehr edel aus, ist aber für die Wissenschaft nicht weiter wertvoll, denn das Alter des Blauen Eises ist kaum feststellbar. Es entsteht durch Wasser, das in Gletscherspalten und Rissen gefriert, so dass das Blaue Eis sich oft wie Venen durch das Gletschereis zieht. Es gibt aber auch kleinere Eisberge, die vollständig aus diesem Eistypen bestehen.
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