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Australien 
Naturparks

Naturparks


In Australien gibt es eine dreistellige Zahl an Nationalparks und eine weitaus höhere Ziffer an Naturparks und kleineren Schutzgebieten. Exemplarisch dafür nennen wir Ihnen hier einige der schönsten Gebiete.

Kakadu Nationalpark
Im Norden Australiens, 170km östlich von Darwin liegt der weitflächigste und mit der größten Vielfalt an Lebensräumen und Arten vielleicht interessanteste Nationalpark des Landes. Der Kakadu Nationalpark gehört zum UNESCO Weltnatur und -kulturerbe und es spielt keine Rolle wie viele Fotos man im voraus gesehen und Berichte gelesen hat, denn erst wenn man vor einem Felsen steht, der 2000 Millionen Jahre alt ist, wird einem die Größe und Bedeutung des Ehrfurcht gebietenden Gesteins erst bewusst. Die letzten 50.000 Jahre lang lebten in diesem Gebiet die Bininj und Mungguy Aborigines und noch heute ist der größte Teil der Region in ihrem Besitz, den sie aber der Regierung zur Verfügung stellen. Auch etwa ein Drittel der Ranger sind Aborigines. Mindestens drei Tage sollten für einen Aufenthalt berechnet werden, damit man überhaupt einen kleinen Teil dieser hier zur Schau gestellten gewaltigen Natur wahrnehmen kann. Das benachbarte Amhem Land wird auf natürliche Weise von einer 30 bis 200m hohen Sandsteinklippe abgegrenzt, über die zur Regenzeit kleine Flüsschen zu donnernden Wasserfällen werden, die Regenbögen ins Sonnenlicht werfen. Der Süden des Parks ist durch offene nach Eukalyptus duftende Wiesen  gekennzeichnet und in den Bergen findet man die schönsten und umfangsreichsten Felsmalereien der Welt. In dieser abwechslungsreichen Natur leben 60 verschiedene Säugetiere, 120 Arten von Reptilien und 280 von Vögeln. Außerdem bieten die Flüsse zahlreichen Fischen und Fröschen ein ideales nasses zu Hause.

Uluru/ Ayers Rock
Der einsame und wunderbare Berg liegt in der zentralaustralischen Wüste im Northern Territory und ist nach den Glauben der Aborigines Ziel und Anfang aller Traumzeitreisen. Der Inselberg ist bis zu 2km breit und 3,6km lang und liegt 348m über dem Sandboden seiner Umgebung (und somit 867m über dem Meeresspiegel). Hauptsächlich besteht der Uluru aus Sandstein, der Nachmittags noch als brauner Fels erscheint, beim Sonnenuntergang aber seine Farbe von leuchtend orange bis tief rot wechselt. Geheimnisvoll und uralt steht der Berg mitten in der Wüste und erzählt Begebenheiten aus der Traumzeit der Aborigines, deren Mythos besagt, dass hier die Entstehung der Landschaft begann, was über Jahrtausende durch Felszeichnungen von ihnen festgehalten wurde.  Es werden Wandertouren um den Uluru angeboten, jedoch sind einige Orte, die den Aborigines besonders heilig sind, nicht betretbar und auch fotografieren ist hier nicht erwünscht.

Great Barrier Riff
Das größte Riffsystem der Welt setzt sich aus 2900 verschiedenen Riffen und knapp 1000 Inseln zusammen und zählt zu den sieben Weltwundern der Natur. Dass das Barriere Riff auch UNESCO Weltnaturerbe ist, ist somit nicht weiter erstaunlich. Gelegen ist das Riff nordöstlich von Australien und erstreckt sich im Südpazifik über 2300km nahezu parallel zur Ostküste des australischen Bundesstaats Queensland. Im Süden beträgt die Entfernung zum Festland 300km während es im Norden lediglich 30km sind. Das Riff ist mit bloßem Auge vom Weltall aus erkennbar und befindet sich immer noch im Wachstum, da der Meeresspiegel steigt, beziehungsweise der Meeresboden sich weiter absenkt. Die zum Festland gelegene Seite hat eine maximale Tiefe von 100m, das Outer Reef, also die dem offenen Meer zugewandte Seite, reicht bis zu einer Tiefe von 2000m. Große Gebiete des Riffs gehörten früher zum Festland, das dann überflutet wurde und so sind einige Inseln eigentlich Bergspitzen und bestehen im Gegensatz zu den Koralleninseln aus festem Gestein. Auch haben sich auf den versunkenen Anhöhen waagerechte Plattformriffe gebildet. Die Farbenpracht des vielfältigen Lebensraumes kommt von den Algen, die an den Korallen Wachsen. Dies und die unterschiedlichsten Tiere lassen sich hier von Schnorchlern, Tauchern oder auch Bootsfahrern, die sich die bunte Unterwasserwelt durch einen Glasboden anschauen können, beobachten. Dies ist natürlich nicht ganz ungefährlich, da auch Haie hier ihre Nahrung suchen, doch wurden an vielen beliebten Tauchstellen schützende Netze gespannt. Von seiner schönsten Seite zeigt das Weltwunder sich jedoch im November während der Korallenblüte, denn wenn die Korallen sich vermehren, scheinen Schneestürme unter der Wasseroberfläche zu toben. Das Korallenriff befindet sich im ständigem Wandel und ist ein höchst empfindliches Ökosystem, doch das tropische Klima der Gegend ist für die Korallen ideal, da diese nur bei einer Wassertemperatur von 18 bis 30°C gedeihen und überleben. Am besten ist das Riff von den Küstenorten Cairns und Airlie Beach aus erreichbar.

Flinderskette
Die Flinderskette (engl.: Flinders Range) ist ein 500km langer Gebirgszug in South Australia, der sich in nordsüdliche Richtung erstreckt und in dem sich drei Nationalparks (Mount-Remarkable-Nationalpark, Vulkathunha-Gammon-Ranges-Nationalpark, Flinderskette-Nationalpark) befinden. Sein Gestein ist bis zu einer Milliarde Jahre alt und die tiefen Bergfalten schimmern im Sonnenlicht mal feuerrot, mal dunkel violett und bieten eine atemberaubende Aussicht in eine große friedliche Stille. Besonders beeindruckend ist der Wilpena Pound, ein natürliches Amphitheater, an dessen Innenwänden eine üppige Vegetation die geschützte Lage und das milde Klima genießt. Im gesamten Gebirge wachsen besonders viele Akazienarten und sehr typisch ist auch der Eukalyptus ähnliche River Red Gum Baum. Der Süden der Flinderskette ist besonders bewachsen, denn hier sorgen große Niederschlagsmengen und ein abwechslungsreiches Gelände für fruchtbare Bedingungen. In schönen grünen Tälern trifft man oft auf grasende Kängurus, die sich bei der Nahrungsaufnahme auch kaum stören lassen und so wunderbar und in aller Ruhe beobachtet werden können. Das Gebirge ist das wichtigste Rückzugsgebiet Australiens für einige Känguruarten, aber auch zahlreiche Vögel und Reptilien sind hier heimisch. Hunde, Katzen und andere „neue“ Säugetiere werden gejagt und getötet, da sie eine Gefahr für die ursprüngliche australische Fauna bilden. Besucher schätzen an dieser Gegend besonders, dass man hier auf natürlichen und unveränderten australischen Busch trifft, der im Frühling farbenprächtig erblüht. Buschwanderungen sind deshalb sehr beliebt, sollten aber sorgfältig vorbereitet sein, denn ein Besuch in der Wildnis ist niemals ungefährlich.

Ningaloo Marine Park
Dieses Schutzgebiet ist für einen 250km langen Küstenabschnitt des North-West Capes der australischen Westküste geschaffen worden. Hier befindet sich das weltberühmte Ningaloo Riff, das ein ganzjähriges Highlight für Wissenschaftler, professionelle Taucher oder einfach nur Schnorchler und Schwimmer ist. Das Riff ist unfassbar leicht zugänglich, denn es liegt nur etwa 100m vom Strand entfernt und doch weist es eine kaum vergleichbare Artenvielfalt und Schönheit auf. In der lebhaften Unterwasserwelt tummeln sich 500 verschiedene tropische Fischarten wie zum Beispiel Wasserschildkröten, Stachelrochen, Mantarochen und Dugongs. Auch Haie sind zahlreich vertreten unter anderen  Riffhaie, Tiegerhaie und Hammerhaie. Im November besuchen Buckelwale das Riff und von Mai bis Juli lassen sich die wunderschönen gepunkteten Walhaie beobachten.
Für Besucher gibt es in den Orten Coval Bay und Exmouth viele Angebote die vom Ausrüstungsverleih bis zu Tauchkursen reichen.

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