Geografie
Antarktika ist in mehrere große Gebiete, Meere und Schelfeise unterteilt:
Westantarktis
Die Westantarktis hat eine zerklüftete und in mehrere Halbinseln gegliederte Oberfläche, die hauptsächlich mit einem Eispanzer überzogen ist. Das Klima ist stärker ozeanisch geprägt, weshalb auch die Temperaturen nicht so extrem wie in der Ostantarktis sind. Zur Westantarktis zählt: die Antarktische Halbinsel, das Grahamland, das Palmerland, das Edith-Ronne-Land, das Ellsworthland und das Marie-Byrd-Land.
Ostantarktis
Die Oberfläche der Ostantarktis besteht aus einem einzigen, riesigen Eispanzer. Das Klima ist kontinental und nur wenig vom Meer geprägt, was zu extremen Temperaturen von bis zu - 88,3 °C führt. Zur Ostantarktis zählt: das Adelieland, das Amerikanische Hochland, die Antarktischen Trockentäler, das Coatsland, das Enderbyland, das Gamburzew-Gebirge, das Kaiser-Wilhelm-II.-Land mit Gaußberg, das Königin-Maud-Land, das Neuschwabenland, das Polarplateau, das Princess-Elizabeth-Land, die Prince Charles Mountains, das Victorialand und das Wilkesland.
Inselwelt
Einige Inseln vor der Küste Antarktikas und im Südpolarmeer: Alexander-I.-Insel, Balleny-Inseln, Berkner-Insel, Joinville-Inseln, Peter-I.-Insel, Ross-Insel, Südliche Orkneyinseln, Südliche Shetlandinseln.
Gletscher
In den Randgebieten Antarktikas bewegen sich ihre Eismassen in Form von zahlreichen Gletschern in Richtung der Küsten des Südlichen Ozeans; dazu zählen: der Lambert-Gletscher (längster und größter Gletscher der Erde), der Mertz-Gletscher (wurde im Februar 2010 vom Eisberg B-9B gerammt und zerbrach daraufhin in zwei Teile), der Beardmore-Gletscher und der Wahl-Gletscher.
Schelfeise
Die größten Schelfeistafeln der Antarktis (Stand 2007): Ross-Eisschelf (472.960 km²), Filchner-Ronne (422.420 km²), Amery (62.620 km²), Larsen C (48.600 km²), Riiser-Larsen (48.180 km²), Fimbul (41.060 km²), Shackleton (33.820 km²), George VI (23.880 km²), West (16.370 km²) und Wilkins (13.680 km²).
Meere
Antarktika ist umgeben vom Südlichen Ozean. In Küstennähe gibt es eine Reihe von Randmeeren, darunter: die Amundsensee, die Bellingshausensee, die Davissee, der McMurdo-Sund, das Rossmeer und das Weddell-Meer.
Ein Kontinent unter dem Eis
Das auffälligste Merkmal des antarktischen Kontinents ist die fast völlige Vereisung. Rund 90 % des irdischen Eises und 75 % der weltweiten Süßwasser-Reserven sind in der bis zu 4.500 m dicken Eisdecke enthalten. Im antarktischen Winter erstrecken sich die Schelfeisgebiete weit ins Meer, die Eisdecke erstreckt sich dabei auf ein Gebiet von bis zu 30 Millionen km². Nur etwa 280.000 km² des Kontinents sind eisfrei, was etwa 2,4 Prozent der Gesamtfläche entspricht. Die mächtigsten Eisschichten liegen im Marie-Byrd-Land im Westteil. Nur etwa 400 km von der Küste entfernt befindet sich ein tiefer subglazialer Graben, über dessen Grund sich das Eis 4.776 m hoch erhebt. Die dünnsten Eisschichten findet man über den bis zu 3.500 m hohen subglazialen Gebirgen im Inneren des Kontinents.
Ohne Eisdecke würden die Umrisse des Kontinents völlig anders aussehen als sie üblicherweise dargestellt werden. Westantarktika würde in drei große Teile zerfallen: die Antarktische Halbinsel, Marie-Byrd-Land und das Vinson-Massiv. Ostantarktika bestünde aus einer Landmasse mit riesigen Buchten (z. B. Aurora Subglacial Basin und Wilkes Subglacial Basin) und Fjorden (z. B. an der Stelle des heutigen Amery-Gletschers oder unter dem Südpol). Die ostantarktische Landmasse wäre übersät mit vielen Seen und Binnenmeeren, deren Grund teilweise weit unter den Meeresspiegel reicht. Ostantarktika sähe ähnlich aus wie heutzutage Kanada und Finnland.
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