Beste Reisezeit und Klima
Das Frühjahr (November)
Überall erkennt man die Zeichen des Frühlings, das Eis beginnt zu schmelzen und die Vögel sind eifrig mit dem Nestbau beschäftigt. Die Pinguine-Männchen balzen mit den Weibchen, Seehunde und Robben genießen die Sonnenstrahlen auf einer Eisscholle oder am Strand und Seeleoparden patroullieren die Küste nach etwas Essbarem. Die Temperaturen liegen meist zwischen –5 und –10°C auf der antarktischen Halbinsel und zwischen 5 und 10°C über dem Gefrierpunkt auf den Falkland Inseln und in Südgeorgien. Dies ist vielleicht die abenteuerlichste Zeit, in der man in die Antarktis reisen kann. Die ersten Reisen nach dem langen Winter: wie wird der Eisgang sein? Wo können wir anlanden? Ein bisschen fühlt man sich dann wie einst der Enteckungsreisende Ernest Shakleton zu Beginn des letzten Jahrhunderts.
Der Sommer (Dezember, Januar)
Zuerst auf den Falkland Inseln und auf Südgeorgien, dann auf der antarktischen Halbinsel halt der Sommer Einzug. Die Temperaturen liegen etwas höher (um den Gefrierpunkt auf der antarktischen Halbinsel ). Relativ warme und sonnige Tage wechseln sich mit windigen und nassen Tagen oder bewölkten tagen ab. Zahlreiche Vögel nisten auf dem Festland und Mitte Januar schlüpfen die ersten flauschigen Pinguinkinder aus den liebevoll gehegten Eiern. Auch die Seehunde und Pelzrobben bekommen nun ihren Nachwuchs. Die Tage werden länger und das Abendlicht taucht die fantastische Landschaft in malerische Farben.
Das Spätjahr (Februar, März)
Die meisten Pinguinkinder machen ihre ersten wackeligen Schrittchen auf dem Weg in die Selbstständigkeit: sie lernen meisterlich zu schwimmen und tauchen. Derweil leben die Orcas und Seeleoparden wie im Schlaraffenland, denn im Wasser tummeln sich jede Menge unerfahrene Seehund- und Pelzrobbenjunge und Pinguinkinder. Aber auch die majestätischen Wale geben sich jetzt ein Stelldichein und fressen sich an Plankton eine dicke Fettschicht an.
Der antarktische Kontinent ist in jeder Hinsicht ein klimatischer Extremfall. Die inländische Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei −55 Grad Celsius. Die Monatsmitteltemperaturen variieren aufgrund der Tageslänge. In der Polarnacht im antarktischen Winter scheint die Sonne gar nicht, im antarktischen Sommer hingegen 24 Stunden am Tag. Auf dem Polarplateau erreichen die Temperaturen zwischen −40 und −68 Grad Celsius und an der Küste zwischen ca. −18 Grad Celsius im Juni und einigen Grad über null im wärmsten Monat Januar.
98 % der Antarktis sind von Schnee und Eis bedeckt, die den größten Teil der eingestrahlten Sonnenenergie reflektieren. Äußerst niedrige Lufttemperaturen bedingen, dass die Antarktis die trockenste Wüste der Erde ist; da Wasserdampf das wirksamste Treibhausgas ist, führt dies zu einer hohen Wärmeabstrahlung ins All. Die Antarktis ist der Kontinent mit der höchsten durchschnittlichen Erhebung, was in Kombination mit der über den Polen nur 8 km dicken Troposphäre ein weiterer Faktor für die dort außergewöhnlich niedrigen Temperaturen ist. Die tiefste jemals auf der Erde in der freien Natur gemessene Temperatur beträgt −89,2 Grad Celsius, sie wurde am 21. Juli 1983 von der sowjetischen Wostok-Station auf dem Polarplateau, das häufig auch als Zentralplateau bezeichnet wird, aufgezeichnet. Wegen dieser Temperaturverhältnisse gibt es nur wenige antarktische Seen und einen einzigen, wenn auch nur temporären Fluss, den Onyx River. Trotz der großen Kälte finden sich in der Antarktis eisfreie Zonen wie die Bunger-Oase
In der Regel handelt es sich bei den antarktischen Niederschlägen um Schnee. Im Jahresdurchschnitt sind das etwas über 40 l/m2 im Inneren des Erdteils. Nach klimatischer Definition sind diese Gebiete also eine Wüste (und zwar die größte der Welt). Zur Küste hin nimmt der Schneefall jedoch deutlich zu.
Die Pol-Lage und die vom Polarplateau zur Küste hin wehenden Fallwinde wirken nicht nur auf den Kontinent selbst bestimmend, sondern auch auf das angrenzende Polarmeer. Im Juli 1972 wurde bei der Dumont-d’Urville-Station eine Windgeschwindigkeit von 327 km/h (91 m/s) gemessen.
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