Flora & Fauna
Bevor die Maori nach Neuseeland kamen, war 80 Prozent der Landfläche mit Wald bedeckt. Heute sind es nur noch 24 Prozent, wovon gut drei viertel unter Schutz gestellt sind. In den immergrünen Laubwäldern trifft man am häufigsten auf Scheinbuchen und in Nadelwäldern auf Kauri-Bäume und Steineibengewächse. Außerdem ist Neuseeland noch Heimat zahlreicher Farnarten, deren imposantester Vertreter der bis zu zehn Meter hohe Baumfarn ist. Der wohl berühmteste Farn ist aber der Ponga, auch Silberfarn genannt, denn er stellt die Nationalpflanze Neuseelands dar. Zu finden sind auch weite Flächen mit einheimischer, vielfältiger und bunter Offenlandvegetation und zudem erzeugen verschiedene Palmarten auf den Inseln ein tropisches Flair.Insgesamt steht ein Drittel des gesamten Landes unter Naturschutz.
Da es lange Zeit auf den Inseln keine Säugetiere gab, mit Ausnahme einiger Fledermausarten, entwickelte sich ein einzigartiges Ökosystem. Die ökologischen Nischen, welche normalerweise von Säugetieren besetzt sind, wurden hier von Vögel eingenommen. So gibt es in Neuseeland einige Vogelarten, die komplett flugunfähig sind. Hierzu gehören zum Beispiel der Kakapo, der Kiwi, der Takahe und der Weka. Diese wurden früher von Greifvögeln wie dem großen Haastadler (bis zu drei Metern Spannweite) gejagt, haben heute jedoch wesentlich mehr Fressfeinde. Dadurch ist ihre Existenz bedroht, doch gibt es noch immer oder auch wieder einige raubtierfreie Inseln, wo sie ungestört leben können. Andere Vögel wie zum Beispiel einige kräftige Papageien- und Pinguinarten sind durchsetzungsfähiger und können sich gegenüber den Säugetieren behaupten.
Auf Neuseeland gibt es keine terrestrischen Schlangen, aber Vorsicht; im Wasser kann man schon mal auf einen ihrer Artgenossen treffen! Neben 60 Echsenarten sind außerdem noch uralte Reptilienarten wie die Tuatara, Urfrösche und einige Insekten, die aus einem Zeichentrickfilm stammen könnten (die Weta ist z. B. 10 cm lang), zu Hause.
Ratten, Hunde, Katzen, Igel, Hermeline, Wiesel und australische Fuchskusu kamen erst mit dem Eintreffen der Maori und später mit den Europäern nach Neuseeland. Sie bescherten dem Land zwei spektakuläre Aussterbewellen, doch inzwischen werden Maßnahmen durch die neuseeländische Regierung ergriffen, zu denen zum Beispiel Kastration und somit eine allmähliche Ausrottung der Säugetiere gehört.
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